Nachdem die Verbundvorhaben der ersten „KMU-NetC“-Förderrunde die Arbeit aufgenommen haben, haben sich bereits erste Anregungen und Herausforderungen in den Projekten ergeben. An dieser Stelle setzen die gemeinsamen Erfahrungsaustauschtreffen an, in denen sich die Verbundvorhaben vorstellen können und relevante Themen diskutiert werden sollen. Ein erstes Erfahrungsaustauschtreffen hat nun am 17. Oktober 2017 in Berlin stattgefunden und einen regen Austausch zur Anbahnung und zum Start der Projekte eingeleitet. Insgesamt 38 ausgewählte VertreterInnen der Verbundprojekte haben sich zu diesem Zweck in Berlin zusammengefunden. Erfahren Sie in dieser zweiten Ausgabe des „KMU-NetC“-Newsletters mehr über die Ergebnisse des Austauschs, von der Rollenverteilung im Projekt, strategischen Überlegungen bis hin zu der Bedeutung von Start-ups im Verbundprojekt. Zusätzlich gibt es bereits erste Fortschritte in den Projekten, die wir Ihnen gerne vorstellen. 

 

Das Erfahrungsaustauschtreffen: Zentrale Ergebnisse

Im Rahmen eines World-Cafés, d.h. einer Workshop-Methode, in der Kleingruppen ausgewählte Themen diskutieren, haben sich die TeilnehmerInnen in fünf Themenbereichen ausgetauscht: So wurden u.a. Herausforderungen und gute Praktiken in Bezug auf die Aufgaben- und Rollenverteilung im Projekt sowie erfolgsversprechende Elemente der Arbeits- und Kommunikationsprozesse besprochen, die Bedeutung von Start-ups im Verbundvorhaben beleuchtet und Verwertungsstrategien diskutiert.

Download der Kurzpräsentationen des Erfahrungsaustauschtreffens:
  • Präsentation des Projektträgers: Informationen zum Projektablauf und zur Projektdurchführung (Download)
  • Präsentation der begleitenden Evaluierung: Vorstellung des Teams und des Monitoringkonzepts (Download)
  • Präsentation der am ersten Erfahrungsaustauschtreffen teilnehmenden Verbundprojekte (Download)

Wie gestaltete sich die Rollenverteilung im Förderantrag, wie änderte sich die Aufgabenverteilungseit Projektstart? Welche Erwartungen bestehen an die Akteure? Mit diesen Fragen haben sich die TeilnehmerInnen im ersten Themenbereich auseinandergesetzt.

1. Von der Aufgabenverteilung im Förderantrag bis zur Rollenverteilung im Projekt

Die Diskussion rund um Aufgaben- und Rollenverteilung im Verbundprojekt verdeutlicht die Herausforderungen in einem Verbundprojekt mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Akteuren. So sind die Erwartungen an die einzelnen Akteure häufig wenig spezifisch und die Verpflichtung zu Beiträgen im Projekt nicht ganz einfach. Klare Absprachen im Vorfeld sowie realistische Einschätzungen bezüglich der Abgabe von Beiträgen sind somit von großer Bedeutung. Schwierigkeiten bei der Antragsstellung bestanden insbesondere aufgrund des Umfangs. Eine besonders wichtige Rolle im Verbundprojekt kommt dem Projektkoordinator zu: Er kümmert sich um die Einhaltung von Meilensteinen, organisiert Treffen der Partner und fördert die Vernetzung untereinander, verfolgt und koordiniert die Arbeitsfortschritte der Partner und fungiert als Mittler bei der Schnittstelle zum Fördergeber. 

Welche Erfahrungen mit den Kommunikationsprozessen im Verbundprojekt bisher gemacht wurden und welche Prozesse für einen effizienten Wissensaustausch etabliert wurden, haben die ProjektteilnehmerInnen ebenfalls lebhaft diskutiert.

2. Kommunikation und Prozesse im Projektverlauf im Rahmen des Clusters/Netzwerks

Als besonders wichtig für die Arbeits- und Kommunikationsprozesse erachten die Workshop-TeilnehmerInnen regelmäßige persönliche Treffen. Auch Veranstaltungen, die nicht projektfokussiert sind, erweisen sich häufig als hilfreich für eine Vernetzung. Eine Kommunikationsplattform kann eine wertvolle Unterstützung für die Verbundprojekte sein. Als positiv hervorgehoben wird, dass die Cluster / Netzwerke Kommunikationsaktivitäten (Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme an Messen) mit einem großen Mehrwert für die Projektpartner übernehmen.

Welche Erfahrungen haben die TeilnehmerInnen bereits mit Start-ups in Verbundprojekten gemacht, wie kann ihre Beteiligung möglichst produktiv gestaltet werden? Darüber wurde sich am dritten Tisch des World-Cafés ausgetauscht.

3. Start-ups in Verbundprojekten

Die Vertreter der Verbundprojekte sind sich einig, dass die Einbindung von Start-ups mit einem Mehrwert für alle Beteiligten verbunden ist. In Verbundprojekten gelten Start-ups als geschätzte Technologiespezialisten. Trotzdem gestaltet sich die Kontaktaufnahme häufig schwierig, da Start-ups selten in herkömmlichen Netzwerken vertreten sind. Auch ist ihre konkrete Einbindung in die Förderlinie mit Herausforderungen verbunden, so z.B. im Hinblick auf ihre finanzielle Beteiligung, die lange Laufzeit des Verbundprojekts und die lange Bewilligungsdauer. Hilfreich kann ein Mentoring für die Start-ups sein, beispielsweise durch einen externen Coach oder durch einen Projektpartner, der sie eng bei der Projektdurchführung begleitet.

Inwiefern die Teilnahme an „KMU-NetC“ die spätere Verwertung begünstigen kann und welche Erfahrungen mit der Strategiefindung gemacht wurden, diskutierten die TeilnehmerInnen in der vierten Runde. 

4. Strategische Ausrichtung des Verbundprojekts und Verwertungsstrategien

Die Workshop-TeilnehmerInnen berichten von grundsätzlich positiven Erfahrungen im Prozess der Strategiefindung. Als Voraussetzungen für eine kohärente Strategie wurden eine klare Ausrichtung, definierte Schnittstellen zwischen den Partnern, ein klares, unstrittiges Ziel sowie ein erkennbares Geschäfts-/Verwertungsmodell identifiziert. Allgemein herrscht die Einschätzung vor, dass die Förderbedingungen von „KMU-NetC“ für die Strategiebildung förderlich sind. Denn die Bedarfe der KMU und der notwendige Anwendungsbezug werden in den Vordergrund gestellt, während gleichzeitig Forschungseinrichtungen und größere Unternehmen eingebunden werden können. Allerdings sei die Unterstützung bei Schutzrechtsfragen noch weiter ausbaubar: Hier gibt es den Wunsch nach standardisierten Vorgaben, die vom BMBF, Projektträger oder den Clustern selbst gestellt werden können.

Wie die TeilnehmerInnen „KMU-NetC“ grundsätzlich aufnehmen und welche Anliegen sie an den Projektträger und die begleitende Evaluierung haben, wurden im letzten Themenbereich besprochen.

5. Erfahrungen und Anliegen

Das Programm „KMU-NetC“ wird allgemein als besonders geeignetes Angebot für KMU wahrgenommen. Zentral für den gemeinsamen Projekterfolg seien bestehende Beziehungen und Vertrauen unter den Partnern sowie eine klare Arbeitsteilung. Zu beachten ist allerdings, dass die initiale Zusammensetzung des Verbundprojekts von großer Bedeutung für den Projekterfolg sei, so die Gesprächsteilnehmer, denn eine spätere Nachsteuerung gestalte sich als schwierig. Darüber hinaus wurden Anregungen an den Projektträger geäußert: So kann eine Bündelung häufig gestellter Fragen hilfreich sein, beispielsweise in Bezug auf administrative Aspekte der Förderung oder auf die Anforderungen an die Projektleitung.
 

Neuigkeiten aus den Projekten

Foto © BioEconomy e.V., Henning Mertens

Mit dem Verbundprojekt HyAlt4Chembeabsichtigt der BioEconomy Spitzencluster, ein industriell einsetzbares und nachhaltiges Bioraffineriekonzept im Technikums-Maßstab zu entwickeln und zu demonstrieren. Das Vorhaben folgt dem Prinzip eines abgeschlossenen Produktkreislaufes und erschließt unbehandeltes Altholz als Rohstoffquelle für die weitere wirtschaftliche Nutzung.

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Der Forschungsverbund im Rahmen des Jenaer Forschungscampus InfectoGnostics arbeitet im Projekt ASSURER an einem vollautomatischen Diagnose-System, das bis zum Jahr 2020 seine Praxistauglichkeit bewiesen haben soll. Bis dahin wollen sie nicht nur die Technik verfeinern, sondern auch die Machbarkeit eines laborunabhängigen Tests zur Früherkennung von Eierstockkrebs untersucht werden.
 

Foto © oncgnostics GmbH

Foto © microTEC Südwest e.V.

Im Verbundprojekt 3D-Bio-Net des Spitzenclusters  microTEC Südwest soll eine offene Plattform für das "3D-Bio-Printing" erforscht und entwickelt werden: Das Projekt wird sich mit dem kompletten Arbeitsablauf für die digitale Produktion von solchen Geweben befassen und den Einsatz eines 3D-Druckers für künstliche Gewebe, einer dafür entwickelten Software sowie verschiedener Biomaterialien und Prozesse prüfen.
 

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